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Der dramatische Rückgang der europäischen Montanindustrie hat auch im Ursprungsland Belgien unübersehbare Narben hinterlassen. Mit der flächenmäßigen Ausbreitung von Erdgas als neuartige Energiequelle wurde auch der belgischen Steinkohle Ende der 1970er Jahre die endgültige Stilllegung erklärt. Die darauf folgende Stahlkrise mit weiteren Stilllegungen zerstörte nochmals tausende von Arbeitsplätzen. Diese tragischen Entwicklungen hatten zudem noch zur Folge, dass auch im Transportwesen erhebliche Überkapazitäten abgebaut werden mussten. Somit wurden ratierlich Lokomotiven und Rollmaterial stillgelegt. In der Hoffnung auf bessere Zeiten hat man in einem Eisenbahndepot in einem Vorort von Charleroi in Wallonien mehr als 50 schwere Diesellokomotiven abgestellt. Ein Großteil der Fahrzeuge steht im Freien, einige wenige Loks stehen über Wartungsgruben in einer Werkstatthalle. Man hat den Eindruck, die Loks wurden zur Inspektion in die Halle gefahren und warten geduldig auf einen Monteur. Werner Köhler, Peter Hullermann und ich haben am 30. September 2012 den Friedhof der Lokomotiven mit unseren Kameras aufgesucht.