Zeche Carl in Essen-Altenessen

Einer der ältesten noch erhaltenen Malakowtürme des Ruhrgebietes (1856/1857) ist auf der Zeche Carl zu finden. Dem dreigeschossigen Backsteinturm sind seitliche zweigeschossige Flügel symmetrisch angefügt. Zwei Dampffördermaschinen von 1857 und 1863 sorgten für eine damals hohe Förderleistung. Die Maschinen sind nicht mehr erhalten, wohl aber eine Elektrofördermaschine im linken Seitenflügel. Neben dem Turm gibt es weitere Gebäude aus späterer Zeit: ein Fördermaschinenhaus aus dem Jahre 1900, eine Kesselanlage mit Schornstein und eine Werkstatt aus den 1920er Jahren sowie ein Verwaltungs- und Kauengebäude, Casino genannt, das ursprünglich von 1890 stammt. Waren in der Frühzeit des industriellen Bergbaus einzelne Unternehmen an der Gründung einer Zeche beteiligt, so ist die Zeche Carl das Werk der ersten Aktiengesellschaft im Ruhrbergbau, des 1847 gegründeten Cölner Bergwerksvereins. Im gleichen Jahr erhielt Altenessen einen Bahnhof an der Köln-Mindener Eisenbahn, die über eine Zweigstrecke auch zur Zeche Carl führte. Weitere Anschlüsse an die Rheinische und Bergisch-Märkische Eisenbahn gewährleistete einen unproblematischen Kohletransport. Kohle wurde hier bis 1929 gefördert, dann wurde der Betrieb auf der Zeche eingestellt. 1970 gab die Ruhrkohle AG den Standort endgültig auf. Heute beherbergt die Zeche Carl unter anderem ein weit über Essen hinaus bekanntes soziokulturelles Zentrum. Meine Aufnahmen entstanden im September 2010.

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