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Die Textilfabrik Cromford war die erste mechanische Spinnerei außerhalb Englands. Und nicht nur das: Sie war im 18. Jahrhundert die erste Fabrik auf dem Kontinent überhaupt. Heute zeigt das LVR-Industriemuseum in den damaligen Fabrikgebäuden die Verarbeitung von Baumwolle mit Spinnmaschinen dieser Zeit. Es ist damit das einzige Museum weltweit, in dem diese Technik im Schaubetrieb vorgeführt wird. Das barocke Herrenhaus Cromford neben der ehemaligen Fabrik war die Schaltzentrale dieses Unternehmens. Hier wohnte gleichzeitig eine der führenden Fabrikantenfamilien ihrer Zeit. Von seinem Kontor aus leitete der Industriepatriarch Johann Gottfried Brügelmann die Spinnerei, führte Zweigunternehmen und tätigte Geld- und Warengeschäfte mit der ganzen Welt. Im Herrenhaus erleben die Besucherinnen und Besucher nun Ausschnitte aus der Lebenswelt der Brügelmanns aus drei Generationen zwischen 1782 und 1846. Die Ausstellung erzählt in 14 Räumen vom wirtschaftlichen Handeln in politisch unsicheren Zeiten wie auch von ganz privaten Dingen. Heute zeigt das Museum nicht nur wie damals Baumwolle vom Rohstoff zum Garn verarbeitet wurde, sondern auch die Geschichte der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Spinnsälen, der Kinderarbeit und der Cromforder Fabrikschule. Das Museum präsentiert zudem die prachtvolle und farbige Seite der Baumwolle: Ausgestellt sind seinerzeit hochmoderne Kleider, feinste Baumwollstoffe und luxuriöse Accessoires. Meine Aufnahmen entstanden bei einem Besuch im Juni 2010.