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Der Deilbachhammer ist der letzte auf Essener Stadtgebiet am originalen Standort erhaltene Eisenhammer. Das Kulturdenkmal besteht aus Hammergebäude, Meisterhaus und zwei Arbeiterhäusern. Das Gründungsdatum des Deilbachhammers ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich entwickelte sich die Anlage aus einer dem Deilmann´schen Bauernhof zugehörigen Schmiede, die erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu einem eigenständigen Gewerbebetrieb mit selbstständigen Schmiedemeistern wurde. Ein Bruch der Hammerwelle führte 1917 zur Stilllegung des Deilbachhammers. 1936/37 wurde die zunehmend verfallene Anlage in einer konzertierten Aktion als technisches Kulturdenkmal betriebsfähig wiederhergestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das technische Inventar des Deilbachhammers bestand aus zwei unterschlächtigen Wasserrädern, die die Hammeranlage und den Zweikammerblasebalg für die Seitenwindfeuer antrieben. Die beiden Schwanzhämmer mit ca. 100 kg und 70 kg Kopfgewicht dienten der Herstellung von Achsen, Beschlägen, Steinbruch- und Bergbauwerkzeugen. Eine in Deutschland einmalige technische Rarität ist die aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts stammende Blechschere, die mittels eines Exzenters bewegt wird. Die ehemalige Wasserkunst (Wehr, Obergraben, Untergraben) ist nur noch in Relikten vorhanden. Durch eine Reihe von Landschaftseingriffen befindet sich das Denkmal heute an einem gefährdeten Standort, der zudem durch die Abmauerung des ehemaligen, unterirdisch verlaufenden Werkskanals seines historischen Entwässerungssystems beraubt ist. Periodische Hochwasserstände des Deilbachs mit nachfolgend langen Standwasserzeiten machen seitdem den baulichen Erhalt des Denkmalensembles zu einem ernsthaften Problem.